Agile Nacht Stuttgart

Agile Nacht Stuttgart am 20. Juli 2015

Thema: Scrum ist NICHT die Lösung unserer Probleme

Egal ob wir SW-Entwickler, Projektleiter, Manager, Qualitätssicherer, Scrum Master, Product Owner sind – wir alle kennen die Situationen, in denen wir glauben, wir müssen unsere Projekte verbessern und was verändern – egal aus welcher Motivation – und einige ziehen nicht mit.

  • Das Team versucht händeringend „agil“ zu arbeiten – aber das Management versteht, jetzt geht alles schneller und kostet 20% weniger.
  • Man sagt dem Kunden, mit „agil“ können wir besser zusammen arbeiten – der Kunde versteht: ich kann jederzeit kostenlos die Anforderungen ändern („ kostenlose Change Requests“).
  • Viele im Entwicklungsteam wollen einfach nicht „miteinander“ arbeiten, sondern lieber ihr Ding machen.

Wann & Wo

Montag, 20. Juli 2015
18:30 Uhr

Petrosilius
Rotebühlplatz 33
70178 Stuttgart
in Google Maps öffnen

Viele Scrum-Einführungen sind motiviert, eine Verbesserung zu erreichen, einen Misstand aufzulösen oder akute Projektprobleme wie mangelnde Qualität, unzureichende Zusammenarbeit mit Kunden oder innerhalb von Teams, fehlende Terminerreichung oder ausufernde Kosten zu lösen. Aber ist die Einführung von agilen Techniken oder Scrum tatsächlich die Lösung unserer Probleme - oder macht es die Situation sogar noch schlimmer? Haben wir am Ende das erreicht, was wir erreichen wollten oder kämpfen wir zusätzlich noch mit den obigen Folgeproblemen?

Dies wollen wir gemeinsam diskutieren. Unterstützung erhalten wir dabei von unseren hochkarätigen Themen-Gästen:

Unsere Gäste am 20. Juli 2015

Wolfgang Reza Sharavi:
Erfahrungsbericht über die Zeitrechnung vor und während "Agil" bei Thales Transportation Systems GmbH

Wolfgang Reza SharaviVon seinen Vorgesetzten, Kollegen und Freunden einfach „Reza“ genannt, blickt er mittlerweile auf über 15 Jahre in der Entwicklung von sicherheitskritischen Zugsteuerungssystemen zurück. Als gelernter Systemingenieur, Gruppenleiter (Head of OnBoard Unit Development) eines HW/SW-Produktes und mittlerweile Projektverantwortlicher für über 60 Leute und 32 Mio € Budget unterstützt er gerade seine Firma Thales Transport Systems GmbH bei der Gewinnung von erfolgskritischen bombastisch-großen Kunden (ganze Länder wie England). In diesem Sinne sorgt er mit seinen 3 Teams in Stuttgart und Wien banaler Weise dafür, dass Züge rechtzeitig bremsen.
Reza sieht sich als „Veränderer“ von V-Modell, phasenorientierten Wasserfall-Prozessen (die „manchmal“ nicht funktioniert haben) zu agilen Methoden wie Scrum – weil es aus seiner Sicht einfach notwendig war.
Seine Projektmitarbeiter sagen über ihn, dass er selten am Platz ist – aber wenn sie ihn erwischen, dann nimmt er sich Zeit für sie! Reza ist ein netter Macher, jemand auf den man sich verlassen kann, der aber ab und zu ein paar Bälle zu viel in der Luft hat. Er kennt das Projekt und die technischen Inhalte sehr gut und nimmt die Dinge in die Hand. Besonders schätze ich an ihm, dass er ziemlich uneigennützig ist, er denkt zuerst an das Projekt und am Schluss an sich selbst.

Reza lässt uns an seiner Erfahrung teilhaben - an den guten und schlechten Seiten – bei der langjährigen, standortübergreifenden HW-/SW-Entwicklung mit über 60 Leuten und 32 Mio € Budget, einem klassischen Management außenrum im Großkonzern. Dabei erzählt uns Reza von den drei Etappen: der Zeitrechnung vor „Agil“ bis 2013, der Zeitrechnung mit „Agil“ ab Q1 2014 und der Zeitrechnung ab jetzt nach über einem Jahr 2015 „agiler Erfahrung“: alles gut, oder…?
Viele Problemstellungen wirst du von deinen eigenen Projekten kennen. Hierüber führen wir gemeinsam mit Themen-Gast und dir im Publikum die Diskussion.

Dr. Gerhard Wohland:
Warum die Einführung von Scrum zur Lösung von Problemen scheitert

Dr. Gerhard Wohland2006 bin ich auf dem Experten Forum Stuttgart durch Zufall zum ersten Mal in einen Workshop von Gerhard reingestolpert und dachte zunächst, dass ich beim Durchtreten der Tür in einem anderen Universum gelandet bin. Der „etwas andere Mann“ hat in drei Stunden meinen Horizont erweitert, wie es noch keiner zuvor geschafft hat – und ich bin nicht der einzige, der das sagt.

Gerhard ist einer, der uns ITlern / SW-Entwicklern / Projektleitern / Managern ein kniffliges Thema wie „Unternehmenskultur“ so handfest erklären kann, dass wir auch wirklich was damit anfangen können.

Vor allem mit etwas Abstand habe ich verstanden, warum ich viele Scrum-Einführungen sehr kritisch sehe, Scrum nicht die Silver Bullet ist (wie es uns Ken Schwaber gerne erzählt) - und meine ersten Coaching-Einsätze 2014 in die Hose gehen mussten!

Gerhard wird uns zeigen, warum die Einführung von Scrum keine Probleme löst. Wenn du Scrum einführst, um ein Problem zu lösen, dann machst du bereits was verkehrt und zäumst das Pferd von hinten auf. Die Katze beißt sich in den Schwanz.
Dies stellt Unternehmen und Organisationen vor ein gewaltiges "Problem". Denn mit ihren Maßnahmen machen sie die Situation vielleicht sogar schlimmer.
In unserer Diskussion wird Gerhard uns

  • begreifen lassen, die richtige Frage zu stellen,
  • zeigen, wie sich Organisationen vor sich selbst schützen und selbst überlisten können und
  • einen Weg aufzeigen, wie dann sowas "Scrum-ähnliches" als Ergebnis rauskommen kann.